Archiv für den Tag: 15. Juni 2013

15.06. Von La Faba nach Triacastela ca 27km

Reise auf dem Jakobsweg, camino francés, camino de SantiagoEine ruhige Nacht liegt hinter mir. Als ich heute früh aus meinen Siggi-Träumchen erwachte war noch lange nicht alles auf den Beinen. Ich schaute auf die Uhr und siehe da, es war schon halb sieben. Ich hätte jedem Pilger einen Kuss aufdrücken können, weil die Stimmung so relaxed war. Diese Stimmung war dann auch gleich Gesprächsthema. Alle wunderten sich und keiner wusste warum.

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Reise auf dem Jakobsweg, camino francés, camino de SantiagoIch traf Tania bei ihrer Herberge und sie gewährte mir einen kurzen Blick ins Hippieanwesen. Wir liefen die erste Stunde zusammen und plauderten noch ein wenig. Wir passierten die Grenze zu Galicien und hielten andächtig ein, dann kamen wir nach “O Cebreiro”, welches auf dem Gipfel gelegen ist.

Schöner Reise auf dem Jakobsweg, camino francés, camino de Santiagokleiner Ort. Wir gingen in die  Kirche und bestaunten den auch ohne Gold auskommenden Altar. Viel schöner, wenn ihr mich fragt. Die Wege trennten sich und ich aß einen Happen zum Frühstück. Vor mir ein atemberaubendes Panorama. Am Horizont waren hohe Berge zu sehen, welche durch die umgebenden Wolken, ganz mit dem Himmel verschmolzen.

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Viele Tiere begegneten mir auch heute wieder. Sogar den kleinen Spatz (ich nehme es an, bitte belehrt mich, wenn es sich um einen anderen Vogel handelt) konnte ich auf dem Foto bannen.

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Hier noch ein paar schöne Bilder aus der Reihe:

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Reise auf dem Jakobsweg, camino francés, camino de SantiagoDie Wege führten durch kleine Wälder und über Wiesen. Es ergab sich ein Gespräch mit einem Holländer namens Emil. Er erklärte mir, er laufe den Weg mit seiner Exfrau und ich war erstaunt, dass die zwei jetzt besser klar kamen, als zu der Zeit, als sie sich noch als Paar verstanden hatten. Während Reise auf dem Jakobsweg, camino francés, camino de Santiagounserer Unterhaltung passierte dann etwas, was ich oft befürchtet hatte, aber um jeden Preis zu verhindern versucht hatte. Ich stürzte. Das Sonnenlicht gepaart mit Schatten kann trügerisch sein und ich hatte wohl einen Stein übersehen. Akrobatisch wie noch nie zuvor, fiel ich und fing mich noch einigermaßen ab.

Reise auf dem Jakobsweg, camino francés, camino de SantiagoIch sah Emil an und fragte ob ich irgendwo blutig sei. Er verneinte und wir gingen weiter. Einen Schock hatte ich allemal. Es hätte übel ausgehen können. Unsere Wege trennten sich wieder und nach einer Weile stürzte ich noch einmal. Ich kann es mir nicht erklären. Scheinbar habe ich mir zu viel Reise auf dem Jakobsweg, camino francés, camino de Santiagozugemutet. Ich habe keine Schmerzen und fühle mich auch nicht ausgepowert, aber irgendwie scheinen mir meine Füße oder Beine doch etwas mitteilen zu wollen. Extrem vorsichtig trabte ich dann doch noch durchs Ziel. Unterwegs stellte ich noch fest, dass meine Knie doch ein paar Kratzer abbekommen haben.

Reise auf dem Jakobsweg, camino francés, camino de SantiagoZufall oder nicht, ich traf gleich darauf das goldige Pärchen und die hatten Desinfektionsalkohol dabei. Ich säuberte die Wunde und bin hoffentlich nicht entzündungsgefährdet. In Deutschland würde ich da gar nicht drüber nachdenken, aber hier kann das zur Zwangspause führen.

Reise auf dem Jakobsweg, camino francés, camino de SantiagoDie Herberge ist mal wieder fein und ich habe WIFI, weshalb ihr diesen Bericht und den von gestern nun auch lesen könnt. Es wird heute zeitig zu Bett gehen, denn gestern habe ich ja lang genug gemacht.

Die statistischen Details des GPS-Treckers stimmen zum zweiten Mal nicht.
Laut dem Trecker bin ich 30 Kilometer gegangen. Er hat mich laut Karte und Höhenprofil den Berg hinunter und wieder rauf geschickt. Selbst mit bester Pilgerausdauer, hätte ich das aber nicht vollbracht. Ich nehme an, es liegt an den Strommasten, die hier überall stehen. Sonst hab ich keine Ahnung. Ich bin jedenfalls laut Reiseführer 26,2 Kilometer gelaufen.

Karte 15.06.Höhenprofil 15.06.Statistik 15.06.