26.06. Von Negreira nach Vilaserío 12,8km

Reise auf dem Jakobsweg, camino francés, camino de SantiagoLiebes Tagebuch,

heute habe ich nur knapp 13 Kilometer hinter mich gebracht. In den umgebenden Herbergen ist alles voll. Ich habe hier in Vilaserío Dennis getroffen. Er meinte, er bleibe hier und ich dachte OK. Mein Reise auf dem Jakobsweg, camino francés, camino de SantiagoRucksack ist sowieso astronomisch schwer, weil ich mittlerweile wieder ein Buch habe und außerdem habe ich noch Essen für die nächsten Tage gekauft. Laut Reiseführer kommt in den nächsten Tagen nicht sehr viel, wo man etwas bekommen kann. Um einen kleinen Ausgleich zu schaffen habe ich mich heute schweren Herzens von meiner Weste getrennt. Ich brauche sie nicht wirklich, aber es fällt mir auch schwer Kleidung wegzuwerfen.

Reise auf dem Jakobsweg, camino francés, camino de SantiagoEs gibt auch nicht viele Herbergen und deswegen ist die Reisplanung nicht so einfach. Morgen wird es wohl etwas leichter, da in Olveiroa mehr Albergen zur Verfügung stehen. Außerdem sind wir jetzt mittendrin zwischen den größeren Städten. Heißt, der große Pulk ist weiter als wir und die nächsten die kommen, schlafen 13 Kilometer hinter uns.

Reise auf dem Jakobsweg, camino francés, camino de SantiagoEs ist richtig schön hier. Wir sind in einem alten Schulgebäude untergebracht. Scheinbar gab es da nur einen Unterrichtsraum. Das Gebäude besteht nur aus einem Saal, und drei kleinen Zimmern in der zweiten Etage. Zusätzlich noch zwei Toiletten und zwei Duschen. Sehr einfach hier. Es gibt Reise auf dem Jakobsweg, camino francés, camino de Santiagoauch keinen Hospitalero. Perfekt also, denn so anspruchslos fühle ich mich richtig wohl. Es ist auch bedeutend sauberer hier als die Nacht vorher. Den Matratzen sieht man zwar ihr Alter an, aber ist mir allemal lieber als dieser Wanzenhort des Vorabends.

Reise auf dem Jakobsweg, camino francés, camino de SantiagoWanzen haben sich ohnehin über meinen Körper hergemacht. Es juckt überall. Gestern habe ich erst mal recherchiert wie es sich mit diesen netten Tierchen so verhält. Scheinbar kommen die nachts aus dreckigen Ecken und suchen gezielt nach dem lecker Blut von Hund, Katze und Mensch. Ich habe Reise auf dem Jakobsweg, camino francés, camino de Santiagogestern noch meinen Schlafsack auseinandergenommen und auf Leib und Nieren geprüft. Selbst das kleinste Loch zugenäht und so blieb nur noch das restliche Umfeld. Die Matratzen waren dreckig und die Duschen habe ich gemieden, da ich keine Lust auf weitere Krankheiten habe.

Reise auf dem Jakobsweg, camino francés, camino de SantiagoZur Strecke kann ich nicht viel sagen, außer dass sie schön war. Stets im Hintergrund waren ein paar Windräder auszumachen und die Landschaft ist prächtig. Die Wälder erinnern an Urwälder und hüllen mich in abenteuerliche Gefühle. Kurz vor Vilaserío hatte ich dann auch noch ein Reise auf dem Jakobsweg, camino francés, camino de Santiagorecht unschönes Erlebniss mit einem sehr unfreundlichen Hundepärchen. Ich lief um eine kleine Steinmauer herum und es ging kurz darauf bergab. Mit einem Mal erschallte lautes Hundegebell und da ich mich mitten im Wald wähnte, war ich sicher, dass es jetzt zum die ganze Reise über schon befürchteten Kampf kommen würde. Eine Hand an der Hosentasche, wo mein Taschenmesser steckt, war ich sonst völlig paralysiert. Ich drehte mich um und erblickte die Zwei. Ein grober Maschendrahtzaun umgab sie allerdings, der durch die Lichtverhältnisse und die unerwartete Lage nicht so schnell wahrzunehmen war.  Schock pur. Im Ort darunter, wo ich Dennis traf, war das auch gleich unser Thema. Es hatte ihn wohl genau wie mich, eiskalt erwischt.

Reise auf dem Jakobsweg, camino francés, camino de SantiagoÜber die Herberge habe ich mich wirklich gefreut. Eine kleine Wiese liegt davor und ich wusste, ich werde heute mal endlich Zeit zum Lesen haben. Hier befindet sich ja niemand und nichts, der oder das ablenken könnte. Wenn man jeden Tag 20 bis 25 Kilometer läuft, dann noch eine Herberge suchen muss, Wäsche waschen, sich selber duschen und sich etwas zu Essen machen vergeht die Zeit oft ohne das man so richtig relaxen kann. 13 Kilometer sind aber nicht viel und daher habe ich heute mal richtig Ruhe hier. Die Tage in Santiago waren auch schön und erholsam, aber mein Körper ist auch ganz schön abgewirtschaftet. Ich habe es in der Zeit vor Santiago übertrieben. Der Körper braucht halt auch mal einen Tag Pause. Macht man das nicht, legt man die Zeit an anderer Stelle wieder drauf. Also wieder etwas gelernt.

So Leute, genug von mir. Kümmert Euch um eure eigenen kleinen Welten, ich chill hier noch ne Runde.

Karte 26.06.Höhenprofil 26.06.Statistik 26.06.